Fragen & Antworten rund um das CI

Fragen Sie uns! Wir werden uns bemühen Ihre persönliche Frage so sorgfältig wie möglich zu beantworten.

Sollte Ihre Frage in dieser oder ähnlicher Form mehrfach gestellt werden, so wird die Antwort hier veröffentlicht.

Was heißt Cochlea auf deutsch?

Cochlea ist lateinisch und heißt auf deutsch Schnecke. Das Hörorgan, das den Schall in elektrische Nervenimpulse umwandelt erinnert an die Form eines Schneckenhauses. Die Cochlea wird auch als Hörschnecke bezeichnet.

Was ist ein Cochlea Implantat (CI)?

Das CI besteht aus 2 Teilen: Außen sichtbar ist der Hörprozessor mit der Sendespule, der wie ein Hörgerät getragen wird Der 2. Teil ist das eigentliche Implantat und wird operativ hinter dem Ohr in den Schädelknochen eingesetzt. Ein Mikrochip empfängt die Impulse des Hörprozessors durch die Haut und überträgt sie über einen haarfeinen Draht in die Hörschnecke (Cochlea). Dort werden die elektrischen Impulse vom Hörnerv ins Gehirn übertragen und im Gehirn entsteht der akustische Eindruck.

Kann man ein CI versichern?

In Deutschland ist das momentan nicht möglich. In Österreich gibt es Versicherungen. Das hängt zusammen mit den unterschiedlichen Gesundheitssystemen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hörgerät und einem CI?

Ein Hörgerät besteht im Prinzip aus einem Mikrofon, einem kleinen Verstärker, der programmiert werden kann und einem kleinen Lautsprecher, der den Schall ins Ohr leitet. Wenn das Hörvermögen auf bestimmten Frequenzbereichen nachgelassen hat, so werden diese Bereiche so verstärkt, dass sie im Ohr gut wahrgenommen werden können und auf natürliche Weise den Hörnerv stimulieren.

Bei völliger Taubheit oder wenn die Hörempfindlichkeit auf vielen Frequenzbereichen so abgenommen hat, dass ein Hörgerät sie nicht mehr kompensieren kann, sind andere Technologien nötig. Eine wichtige ist die Versorgung mit einem CI [siehe: Was ist ein Cochlea Implantat](Link)

Für wen kommt ein Cochlea Implantat in Frage?

Für Kinder und Erwachsene, die gehörlos oder hochgradig schwerhörig sind und bei denen Hörgeräte so gut wie keinen Nutzen (mehr) bringen. Dabei ist die Ursache der Schwerhörigkeit oder Taubheit sekundär. Wichtig ist ein funktionierender Hörnerv. Ob der Hörnerv gut funktioniert kann nur ein HNO-Arzt feststellen.

Wann sollte ich mir ein CI einsetzen lassen?

Möglichst rasch, wenn Taubheit festgestellt wurde und diese nicht anders behoben werden kann. Für Erwachsene gilt: je kürzer die Phase der Taubheit, desto leichter fällt anschließend das Hören. Gehörlos geborene Kinder können ab dem 5. Lebensmonat implantiert werden. In den ersten Lebensjahren entwickelt sich im Gehirn das Hör- und Sprachzentrum. Wenn das Kind in dieser Phase nichts hört, verkümmern Hör- und Sprachzentrum. Ein zu spätes Reagieren auf die kindliche Hörschädigung kann zu einem lebenslangen Handicap führen. Bringen Sie im Zweifelsfall Ihr Kind zu einem Neugeborenen-Hörscreening, das ist eine schmerzfreie und ungefährliche Untersuchung bei der Sie dabei sein können und sogar sollen.

Wo kann ich mich operieren lassen? Wo kann ich mein Kind operieren lassen?

Etwa 70 Kliniken in Deutschland bieten CI-Operationen an. Für Baden-Württemberg klicken Sie hier: CI-Kliniken in Baden-Württemberg.(Link) Sie sollten sich, bzw. Ihr Kind, von einem erfahrenen Operateur in einer HNO-Klinik operieren lassen, die den Leitlinien der „Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf und Hals-Chirurgie“ folgt. Fragen Sie vor Ihrer Entscheidung danach und nach der Häufigkeit der CI-OPs. (siehe auch: Fragen zur Operation…)

Fragen zur Operation und des Klinikaufenthalts nach der Operation

Die Operation findet unter Vollnarkose statt und dauert zwischen 2 und 4 Stunden.

Das Risiko ist genau so wie bei jeder anderen Operation am Mittelohr unter Vollnarkose. Sie werden vor der Operation umfangreich aufgeklärt und erst nach Ihrem Einverständnis und Unterschrift kann die OP erfolgen. Erfragen Sie, ob die Operation „minimal-invasiv“ unter geringstmöglicher Beschädigung von Gewebe und Knochen durchgeführt wird. Wichtig ist auch, dass ein eventuell vorhandenes Rest-Hörvermögen erhalten bleibt. Vor allem hinsichtlich künftiger medizinisch-technischer Fortschritte.

Nach der Operation werden Sie meist nach 3 bis 4 Tage aus dem Krankenhaus entlassen.

(siehe auch: Wo kann ich mich/mein Kind operieren lassen)(Link)

Kann ich nach der Operation sofort hören?

Nein, zuerst muss die Wunde verheilen, das dauert individuell unterschiedlich bis zu 4 Wochen. Danach kommt es zur sogenannten Erstanpassung. D.h. Sie erhalten Ihren Sprachprozessor, der nun in mehreren Sitzungen im CI-Zentrum auf Ihr individuelles Hörvermögen programmiert und seine Einstellung nach und nach verfeinert wird. Ziel dieser Anpassung ist, dass Sie Sprache (neu) verstehen lernen und möglichst ein breites Spektrum an Tönen und Geräuschen unterscheiden können. Spezialisierte Therapeuten (HNO-Ärzte, Audiologen, Logopäden u.a.) unterstützen Sie in diesem Prozess, der Monate bis Jahre dauern kann. Ohne Ihren Willen und Ihre Geduld geht es allerdings nicht. Seien Sie nicht frustriert wenn nicht alles beim ersten Mal klappt! Zuerst müssen Sie das Hören (wieder) lernen. Danach kommt die Phase das Verstehen zu lernen. Unser Gehirn muss lernen zu begreifen was die elektrischen Signale bedeuten, die der Hörnerv aus der Hörschnecke liefert. Jeder Mensch hört anders – das gilt genauso für Menschen mit „normalem“ Gehör. Daher sollten Sie nach der Operation in eine ambulante Therapie oder Reha gehen. Wir CI-Träger sind auf eine lebenslange, fachkundige und individuelle Nachsorge angewiesen. Das Wichtigste aber sind wir: Auf unser Lernen-Wollen kommt es an!

Kann ich mit dem CI schwimmen gehen?

Die meisten Fabrikate benötigen einen Schutz. Damit kann man nach Herstellerangaben problemlos schwimmen und in geringe Tiefen tauchen. Erkundigen Sie sich beim Hersteller Ihres CI-Gerätes.

Kann ich mit dem CI Sport treiben? (Rad fahren, Joggen, Walken etc.)

Selbstverständlich! Falls bei Ihrer Sportart die Gefahr besteht, dass Sie Ihren CI-Hörprozessor verlieren könnten, so erkundigen Sie sich bei Ihrem Hersteller. Für die meisten Geräte gibt es spezielle Halterungen, die den Hörprozessor fixieren. Ebenso werden Lösungen beim Tragen von Fahrradhelmen angeboten.

Ich soll zur MRT (Magnetresonanz-Tomographie) und trage ein CI. Ist das gefahrlos machbar?

Was muss ich beim Radiologen sagen, damit nichts passiert? Auf was muss ich selbst achten?

Bei der MRT-Untersuchung wird ein extrem starkes Magnetfeld aufgebaut. Man misst die „Stärke“ des Magnetfeldes in Tesla. Der in die Implantate eingebaute Magnet hält die Sendespule fest und ist der kritische Bereich bei der MRT. Er kann aus dem Implantat herausgerissen werden und es besteht die Gefahr, dass das Implantat dadurch zerstört wird oder der Magnet die Haut unter der er sitzt verletzt.

Trotzdem sind MRT-Untersuchungen möglich. Es gibt in einigen Fällen die Möglichkeit, den Magneten mit einem kleinen Schnitt unter lokaler Betäubung zu entfernen und danach wieder einzusetzen. Ein Hersteller hat in sein Implantat einen beweglichen Magneten eingebaut, der sich im Magnetfeld entsprechend ausrichtet und so bis zu 3 Tesla keine Probleme bereiten soll. Es gibt aber auf der anderen Seite auch (ältere) Implantate, bei denen eine MRT-Untersuchung generell verboten ist.

Fragen Sie unbedingt in der Klinik nach, die Sie implantiert hat, welcher genaue Typ bei Ihnen implantiert wurde. Rufen Sie bei Ihrem CI-Hersteller die aktuellen „Handlungsanweisungen für die Durchführung von MRT-Untersuchungen“ ab.

Trotzdem werden sich manche Radiologen zieren, die MRT-Untersuchung bei CI-Trägern durchzuführen, denn sie machen die Untersuchung auf eigenes Risiko, ohne zusätzliche Risiko-Vergütung. D.h., wenn was schief geht, hat der Radiologe den „Schwarzen Peter“ und muss im Schadensfall dafür gerade stehen. Daher sprechen Sie auch mit Ihrem CI-Zentrum ab, welche Radiologen vertrauensvoll mit dem CI-Zentrum zusammenarbeiten und Erfahrung bezüglich MRT bei CI-Trägern haben.

Achten Sie darauf, dass bei allen Implantaten, die nicht bis 3 Tesla freigegeben sind, vor der MRT-Untersuchung, Ihr Kopf mit einem straffen Verband gewickelt wird.

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